nathschlaeger.com

Auch einer von denen

Leak the world … und?

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Alle Welt Medien berichten von den Wikileaks. Auf einer Website wurden geheime Dokumente von Regierungen, deren Botschaften und deren Zuträgern veröffentlicht und so der Allgemeinheit zugänglich gemacht. Vor allem die USA reagierten pikiert, wie eine alte Jungfer, deren Wäsche aus dem Wäschekorb öffentlich auf der Straße aufgehängt wurde. Man gab sich entsetzt, reagierte panisch, die Medien stellten sich mit ihrer atemlosen Berichterstattung auf die Seite der Empörten oder auf die Seite des Daten Robin Hoods.

Die Versuche, die Seite vom Netz zu nehmen, hat genau das Gegenteil bewirkt; die Inhalte sind nun weltweit auf unzähligen Hosts verfügbar, abrufbar, anschaubar. Zigtausende Dokumente, ha! Sensible Inhalte, ha! Der Punkt ist: Bitte wen juckt´s?

Wer von uns Normalsterblichen hat sich schon durch die Dokumente, depeschen, Faxkopien etc gelesen und dabei irgendetwas von Belang gefunden? Gibt´s da mehr als Klatsch und Tratsch? Inwiefern ändert die Publikation von Regierungsdokumenten das alltägliche Leben des Bürgers? Wenn man im besten Falle davon ausgehen möchte, dass Assagne all dies nur im besten Wissen & Gewissen anleierte, um dem Bürger Zugang zu Regierungsgeheimnissen zu verschaffen, inwiefern profitiert der Bürger davon? Wussten wir nicht schon vorher, dass im Namen von Regierungen Schindluder getrieben wird und Menschen zum Schutz des jeweiligen Landes gefoltert und gedemütigt, ja sogar gebrochen werden? Brauchts da noch die beifallheischenden Publikationen und den höhnischen Applaus all jener, die sich ständig vonwegen dem Datenschutz einen von den Lenden hobeln, aber in diesem Falle ganz aus dem Häusschen sind, weils „Die da oben“ kalt erwischt hat?

Es gibt die Leute, die die Ansicht vertreten, dass jeder alles wissen dürfen sollte. Dieser Meinung kann ich mich nicht anschließen. Geheimnisse zu haben, Wissen für sich zu behalten, all dies ist Bestandteil der menschlichen Natur – auch zu wissen, dass es Geheinnisse gibt und das es jemand gibt, der dafür sorgt, dass sensible Daten geschützt bleiben. Ich hätte keine Freude daran, wenn irgendjemand sensible Firmendaten meines Arbeitgebers publizieren und zugänglich machen würde. Ich als Arbeitnehmer habe mich einem Code of Conduct verpflichtet, den ich nicht nur einhalte, weil ich mich dazu verpflichtet habe, sondern auch, weil ich mich aus Loyalität zu meiner Firma dazu zuinnerst verpflichtet fühle.

Ich unterstelle einfach mal, dass die Zuträger von Assagne ebenfalls einen solchen Code of Conduct unterzeichneten. Besonders in so sensiblen Bereichen, wo man als Mitarbeiter Zugriff auf die ach so sensiblen Dateien hat.

Die Fragen, die sich mir stellen, sind uralt und vermutlich nicht leicht zu beantworten:

  • Wem nützt die Publikation?
  • Und bitte wen juckt es?

So wie es jetzt für mich aussieht, nutzen die wikileaks nur sich selbst und den Medien, die mehr oder weniger aufgeregt darüber berichten. Das Leben des Bürgers, für den dies alles im besten Falle ja inszeniert wurde, geht derweil weiter wie seit eh und je, mit dem Unterschied, dass diejenigen, die schon immer mit grimmigen Blick auf ihre Regierungen starren, nun für eine Weile etwas zum grinsen haben. Zu mehr scheinen die hunderttausenden Daten nicht zu taugen.

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Written by at home

19. Dezember 2010 at 08:42

Veröffentlicht in Über das Leben

Momos graue Männer

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Den Großteil meines beruflichen und privaten Lebens bin ich mit dem Internet verbunden. Ein PC oder Laptop ohne Internetverbindung kommt mir vor wie eine exotische Schreibmaschine. Wobei: wäre das so schlecht? Ich habe in einer Musestunde, auf dem neuen Sofa im Arbeitszimmer zeitverbummelnd festgestellt, dass etwa 70 % der Zeit, die ich im Internet verbringe, reine Zeitverschwendung sind. Ich bin weder produktiv noch fühle ich mich gut unterhalten oder gar unterrichtet. Ich nutze das Internet um Zeit zu vertrödeln, so schauts aus.

Ganz so ist es auch wieder nicht. Ich nutze Teile des Internets,um die Texte, die ich erstellt habe, zentral abzulegen und immer verfügbar zu haben (Dropbox), ich benutzte den Kalender von Google und deren Gmail auch. Ich lade meine Urlaubsbilder bei Flickr hoch und habe mich dort bei einigen Gruppen eingetragen, deren Themen mich interessieren (Streetphotography, etc …)

Und ich benutze den RSS Reader von Google. Ein RSS Feed, den ich ganz gerne lese, ist der von Caschy. Der Mann befasst sich mit Hingabe und Witz mit den neuen Errungenschaften in der IT für den „advanced“ Homeuser: Backuplösungen, Portable Software für den USB-Stick, Zeitverwaltungsprogramme, neue Browser, Notizprogramme, Cloud, etc … Manche seiner Berichte & Kritiken erscheinen mir schon manchmal zu wohlwollend um nicht völlig unbeeinflusst und neutral zu sein, aber das ist nun mal vermutlich Teil seines Erwerblebens – und darum geht es mir ja auch gar nicht.

Viele der Programme und Lösungen, die Caschy in seinem Blog anspricht, habe ich mir auch angesehen, immer mit Blick auf die Nützlichkeit für mich als Schriftsteller. Online Notizprogramme, Aufgabenplaner, Plugins für Firefox … usw. Und ja, da ist mir etwas aufgefallen: Alle diese hübschen, cool gestylten Gimmiks, die mich oft an die schönen, aber völlig nutzlosen Gegenstände in der Zone aus Strugatzkis „Picknick am Wegesrand“ erinnern, sind eigentlich nur reine Zeitdiebe. In manchen Fällen geht es sogar soweit, dass ich meine Arbeitsgewohnheiten dem Tool anpassen wollte, weil ich das Tool nutzen wollte. Und wenn das im Augenblick nicht nur ein Tool ist, sondern ein ganzes Set an ach so nützlichen Helferlein, dann stagniert der Output ganz und gar, weil die Tools beschäftigt werden wollen, denn wozu hat man sie denn?

Dies alles führte zumindest bei mir zu einer neuen Bescheidenheit, zu einer Hinwendung zur Schlichtheit. Ich will mich mit dem ganzen Kram nicht mehr befassen müssen und danach Ausschau halten, wie ich dieses oder jenes Tool am zweckdienlichsten nutzen und einsetzen kann. Diese Programme und Plugins, Widgets und wasweißichs sind nichts anderes als die Grauen Männer aus Michael Endes MOMO. Zeitdiebe. Sie versprechen, Erleichterung und Gewinn und in Wirklichkeit schnippschnappen sie am Zeitfaden herum.

Ich habe Facebook in den Wind geschossen und Twitter – meine Profile im Web bin ich los. Ich nutze nur noch eine Handvoll kleiner Nützlichkeiten im Web für die Schriftstellerei: Google Earth, Dropbox, Gmail, WordPress (Ein Rest Tratschtante ist noch in mir), Google Reader, und aus. Die Texte schreibe ich mit Openoffice (Außer ein heiliger Geist schenkt mir eine Lizenz für Papyrus Autor 3.5), mache sie über Dropbox verfügbar und fertig. Ich verscheiß auch so genug Zeit mit blöd herumsurfen. Aber auch das interessiert mich immer weniger.

Notizen mache ich handschriftlich in mein Notizbuch und passt …

moleskine

Written by at home

18. Dezember 2010 at 10:37

Goodbye Cloud

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Zumindest teilweise. Ich habe gerade meine Konten bei Twitter und Facebook gelöscht. Ich muss jetzt noch ein wenig herumstochern, ob ich irgendwo noch einen toten Account habe, den ich entgültig begraben kann. Gründe dies zu tun gibt es viele aber keinen, den man publizistisch verwerten kann. Will sagen, es ist eine rein persönliche Bauchentscheidung, auch, um mir Zeit und Fokus zum Schreiben freizuschaufeln.

Übrigbleiben sollen nach meiner Tabula Rasa eigentlich nur meine Website, Flickr, der Blog und meine Email Adresse. Mehr brauch ich nicht. Ich bin davon überzeugt, dass man über Facebook oder Twitter weder Freunde gewinnen noch verlieren kann; eigentlich ist es nur anklickbare, bunte Zeitverschwendung. Und darüber hinaus halte ich es in letzter Zeit nicht unbedingt für erstrebenswert, überall im Web seine Marken zu hinterlassen.

Über Mail und Messenger bin ich nach wie vor gerne erreichbar 🙂

Written by at home

11. Dezember 2010 at 14:07

Veröffentlicht in Über das Web

Die Bekenntnisse eines belanglosen Bürgers

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Ich denke, jeder Mensch kennt das Bedürfnis, sich mitzuteilen, in den Mittelpunkt der allgemeinen Aufmerksamkeit zu schreiten und sich zu öffnen. Sei es aus Jux & Tollerei oder aus einem echten und dringenden Bedürfnis; dem Drang, sich zu befreien. Als Beispiel fiele mir da der halbwüchsige Schwule ein, der nicht länger mit einer Lüge Leben will und sich im Kreis seiner Familie outet. Wobei in erster Linie gar nicht wichtig scheint, ob am Ende des Bekenntnisses alles grün und wunderbar ist oder nicht.

Ich glaube, die interssantesten und ehrlichsten Bekenntnisse finden in Familien statt, unter Freunden, in seelischen Notzuständen. Das war schon immer so und wird vermutlich auch immer so bleiben. Was sich geändert hat, ist, dass jeder, wirklich jeder, der heute den Drang hat, sich zu irgendetwas zu bekennen, hundertprozentig sein Publikum findet. Und damit scheint sich auch der Grund verlagert zu haben, warum einer denkt oder wünscht, sich zu offenbaren. War es einst vielleicht der Wunsch, die Luft zu reinigen, Balance herzustellen, sich selbst zu befreien, einen brodelnden Zustand zu einem explosiven Ende zu bringen, so scheint es heute mehr darum zu gehen, ein Publikum zu haben.

Das heißt: Der Mensch bekennt und offenbart sich nicht mehr, weil etwas im Herzen quer liegt, sondern weil es ein Publikum gibt, das auf Bekenntnisse wartet.

Und damit wird transparent, ja offensichtlich, was Bekenntnisse außerhalb des intimen Rahmens sind: absolut peinliche Rührseligkeiten von öffentlichkeitsgeilen, absolut belanglosen, faden Bürgern.

Dass diese Lächerlichkeit die soziale Kompetenz, das moralische Fingerspitzengefühl nachhaltig schädigt, liegt auf der Hand. Und scheint mehr als nur in Kauf genommen zu werden von denen, die dem belanglosen Bürger die Bühne bereiten.

Written by at home

9. Dezember 2010 at 18:53

Veröffentlicht in Über das Leben, Über Leute

Der Radfahrer am Malecon

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Das ist ein ewiges Hin & Her mit mir und der Schreiberei. Echt. Gerade dachte ich noch, dass ich an der Novelle für das Projet Splitter weiterschreiben würde, da kam mir schon wieder etwas ganz anderes in den Sinn. Ich wurde vor einiger Zeit im Deutschen Schriftsteller Forum auf einen Wettbewerb aufmerksam gemacht, für dessen Teilnahme man einen Kurzroman (ca 80 Seiten) einreichen kann, und der dann auch, wenn ausgewählt, vom Verlag (In Berlin) publiziert wird.

Auf Basis der Kurzgeschichte Der Radfahrer werde ich also meinen kubanischen Kurzroman fertigstellen. Ich habe ja bis März Zeit und das bedeutet, ich kann nach unserer Rückkehr von Kuba Anfang März, angefüllt mit schneefrischen Impressionen die Überarbeitung des Rohmanuskripts in Angriff nehmen.

Um was gehts? Wie meist bei mir, geht es um einen, der eine Reise antritt, und auf dieser Reise verändert wird. Doch diesmal steht am Ende nicht Tod und Verderben (Das auch, aber irgendwie anders), sondern Salsa, Zigarren und Havanna Club Rum … Es geht um einen jungen Mann, fast nich ein Kind, der sich nur durch das definiert, was er tut: Er ist Radrennfahrer und er ist glühender Anhänger der kubanischen Revolution – nicht der Revolution als Akt, der Veränderungen herbeiführte sondern der Revolution als Prozess, der einst begann und noch immer anhält. Die Indoktrination weicht langsam aber sicher der Erkenntnis, dass der „grüne“ Kommunismus der Insel nur durch Isolation am Leben erhalten werden konnte, einer Isolation, die durch die Öffnung für den Tourismus ausgewaschen und unterspült wird.

Mit der Erkenntnis, dass die Revolution alt und staubig geworden ist, schärft sich der Blick des Radfahrers für die zum Teil morbide Szenerie Kubas, für die echten Herausforderungen der Kubaner, die zwischen Materialismus, Drogensucht, Alkoholismus, Idealismus und Patriotismus aufgerieben werden und trotzdem ihre seltsame, tänzelnde Lebensfreude nicht verlieren.

Ja, ich schreibe jetzt einmal den Kurzroman fertig (rund 50 Seiten sind geschrieben) und kümmere mich später um meinen halbwüchsigen Serienkiller in Wien …

Gayaplaya muy cerca de Santa Maria

Written by at home

8. Dezember 2010 at 11:43

Veröffentlicht in Über das Schreiben

Der stille Planet

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Vor ungefähr zweieinhalb Jahren habe ich begonnen, einen Roman zu schreiben, der auf einer in Tagebuchform verfassten Kurzgeschichte basiert, die ich vor etwa drei Jahren verfasst habe. Es geht darin um die „stille“ Invasion von Außerirdischen und es geht um eine Familie. ich wollte in der Geschichte ganz bewusst auf Krawallaction verzichten und beschreiben, wie eine Großfamilie auf der Flucht raus aus der Stadt und ins Gebirge zusammenwächst, welche Konflikte sich daraus ergeben, und in welcher Relation diese Konflikte zur absoluten Vernichtung der Menschheit stehen.

Ich habe lange darüber nachgedacht, welche Form die Invasoren haben; Raumschiffe wollte ich auf keinen Fall haben, Sporen oder Bakterien als Träger außerirdischer Intelligenz gibt es auch schon zum Schweinefüttern, also musste etwas anderes her. Die Grundidee war, dass der Auftritt der Außerirdischen (Oder aus einer fremden Dimension stammenden) etwas unerhört majestätisches haben sollte, wuchtig und doch still, fast so schön wie millionen von Sternspritzern. Letztendlich entschloss ich mich, etwas vollkommen alltägliches zum Indikator des Schreckens zu machen: Wolken. Die Eindringlinge injizieren irgendetwas in die Wolken. Gleichzeitig kommt es auf der ganzen Welt und ohne Ausnahme zu einem Stromausfall. Das war die einzige Stelle, bei der ich mir ein wenig Krawall erlaubte: Flugzeugabstürze, zusammenkrachende Autos, etc …

Der Großteil des Romans sollte sich jedoch mit der Familie befassen, die beschließt, in die Berge zu ziehen, möglichst weit weg von jeglicher Zivilisation, um dort unter bescheidensten Verhältnissen überleben zu können.

Bedauerlicherweise habe ich den Roman nie fertig geschrieben; er blieb nach rund zwei drittel plötzlich stecken, bockte und verreckte. Und zwar gerade da, wo ich der Familie einen Erfolgsmoment verpassen könnte – sie schaffen es durch gemeinsame Anstrengungen (Und kurz, bevor der Roman handlungsmäßig anfängt, traurig zu werden) eine alte Dampflokomotive in Betrieb zu setzen und auf einer stillgelegten Strecke weiter nach Norden zu fahren – sie ersparen sich so eine wochenlange Wanderung durch Montana.

Einer der Gründe, warum ich nicht weiterschrieb war, dass ich mich in alten Erzählmustern, die ich eigentlich abstreifen wollte, erneut verhedderte, dass ich auf einmal mit der Entscheidung, die Geschichte in Colorado beginnen zu lassen (Also wieder einmal die USA) nicht mehr glücklich war; der Hauptgrund jedoch war, dass ich etwa 50 % des Romans raussteichen müsste, um ihn zu retten.  Und jetzt, da ich vielleicht die „literarischen“ Muskeln aufgebaut hätte, um den Roman fertigzustellen, kommen in kurzer Folge drei Sci-Fi Filme ins Kino, in denen es um etwas ähnliches geht; zwar krawallig und effektlastig fürs Kino gemacht, aber doch diese Richtung …

Hm, irgendwie komme ich zur Zeit auf keinen grünen Zweig, was ich schreiben will. Ideen wären genug da, aber keine davon „beißt“ mich wirklich, so als ob die innere Verbindlichkeit etwas schlapp machen würde …

Written by at home

3. Dezember 2010 at 08:20

Veröffentlicht in Über das Leben

Ideas – Rasante U-Bahn Fahrt

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Written by at home

29. November 2010 at 09:12

Veröffentlicht in Videos